"Actor - Actress" - der Woodbadgekurs 2011
Die Teilnehmer und TeilnehmerInnen des Woodabdge-Kurses tauschten sich gemeinsam mit dem Seminarteam in unterschiedlichen Arbeitsgruppen über das Thema "Geschlechterbezogenes Arbeiten" aus und lernten so neue Zugänge und Sichtweisen kennen.
Schauplatz dieses gruppenbezogenen Selbsterfahrungsseminars war wieder einmal das Bundeszentrum Wassergspreng in der Hinterbrühl, südwestlich von Wien. Obwohl es in der Nacht noch empfindlich kalt war, konnte die meiste Arbeitszeit bei traumhaftem Wetter im Freien verbracht werden. Für den Abend bot dann die "Säge", in der die Runden wohnten, Platz für Austausch und geselliges Beisammensein.
Das Thema "Geschlechterbezogenes Arbeiten" bei den PPÖ
Für einige ist dieses Thema nicht greifbar; andere denken vielleicht, dass gerade bei den PPÖ eh schon viel passiert oder, dass es egal ist, was wir machen, es wird schon passen.
Es trifft zu, dass die PPÖ diesbezüglich schon ganz gut unterwegs sind und eine gewisse Vorreiterrolle haben. Dennoch ist es von großer Bedeutung, wieder einmal den Blick darauf zu richten, wie wir ganz konkret dem pädagogischen Auftrag gerecht werden können Mädchen zu stärken und Buben zu fördern. Besonders geht es dabei um Programm, den Rahmen und die Struktur, in der gearbeitet wird – egal, ob wir mit Burschen und Mädchen arbeiten oder mit Frauen und Männern. Und auch die Vorbildwirkung der LeiterInnen ist von größter Wichtigkeit, denn diese hat einen ganz wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.
Die Arbeit in den Seminargruppen
Sechs verschiedene Seminargruppen - zusammengesetzt aus Frauen und Männern verschiedener Bundesländer und Stufen, Gruppenleitung, FunktionärInnen - beschäftigen sich mit zielorientiertem Arbeiten. Der Auftrag besteht darin, sich für diese Woche ein gemeinsames Ziel zu setzen, um das Programm entsprechend zu gestalten.
Auf die eigenen Bedürfnisse zu schauen und auf die Bedürfnisse der anderen Rücksicht zu nehmen, ist dabei ein wichtiger Knackpunkt. Einige "Aha-Erlebnisse" beweisen, dass die TeilnehmerInnen viel über Gruppenprozesse und ihre eigene Rolle in einer Gruppe gelernt haben.
Natürlich spielt der Erfahrungsaustausch eine ganz wichtige Rolle, viele neue Ideen für die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen beziehungsweise auch mit Erwachsenen und im Team können mitgenommen werden. Der spezielle Seminarrahmen ermöglicht Schritte zur ganz persönlichen Weiterentwicklung. Die einzelnen Vorhaben sind in unterschiedlichen Zeitfenstern zu erledigen und reichen weit über die Seminarwoche hinaus.
Der Alltag in der Runde
Sechs Runden - Spechte, Kuckuck, Wildtauben, Eulen, Stiere und Schnepfen – ebenfalls zusammengesetzt aus Frauen und Männern aus ganz Österreich, den Stufen, GruppenleiterInnen und FunktionärInnen, leben gemeinsam. Sie teilen sich ein Zimmer, essen gemeinsam und tauschen sich abends mit ihren RundenbetreuerInnen zu verschiedenen Themen aus.
Sie schnitzen ihre Woodbadge-Holzperlen, verleben einen selbst organisierten Nachmittag außerhalb des Lagergeländes und verbringen so manch lange Nacht mit angeregten Gesprächen und intensiven Diskussionen.
Das Team
Besonderer Dank gebührt dem Woodbadge-Team. 26 Personen arbeiteten ehrenamtlich als TrainerInnen und MitarbeiterInnen für Verpflegung, Organisation und als Betreuerinnen der Teamkinder.
Nachbereitung und Abschluss des Woodbadgekurses
Ein Wiedersehen gibt es Mitte September beim Nachbereitungstreffen im Bundeszentrum Wassergspreng. Dieses Wochenende bietet die Chance, die Seminarwoche nochmals aus der Distanz zu betrachten und erste umgesetzte Ziele zu präsentieren. Weiters wird Unterstützung zur Umsetzung der noch nicht erledigten Ziele, die sich die TeilnehmerInnen während der Seminarwoche selbst gesetzt haben, angeboten.
Abgeschlossen wird die Ausbildung mit der Woodbadge-Arbeit. Diese dient dem persönlichen Transfer und wird innerhalb von drei Jahren in schriftlicher oder mündlicher Form abgeschlossen. Danach ist es soweit und die selbst gefertigten Woodbadge-Perlen werden feierlich verliehen.

